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Dieser Artikel ist in die folgenden Abschnitte unterteilt: I. EinführungBoxen, sportlicher Faustzweikampf, bei dem die Kontrahenten versuchen, durch Faustschläge den Gegner kampfunfähig zu machen oder durch überlegene Technik einen Punktsieg zu erringen. Ein Boxkampf wird nach festgelegten Regeln und Verfahren mit einem Ringrichter, Punktrichtern und einem Zeitnehmer durchgeführt. Die Regeln im Profiboxen unterscheiden sich teilweise von denen im Amateurboxen (siehe unten). Das Ziel der Kämpfer ist, dem Gegner Schläge zu versetzen derart, dass er entweder kampfunfähig oder zum Verlierer nach Punkten erklärt wird. Ist ein niedergeschlagener Gegner nicht in der Lage, innerhalb von zehn Sekunden wieder aufzustehen und sich zu verteidigen, so ist er k. o. (knock-out) und hat den Kampf verloren. Sportstätte ist der Boxring; er misst 4,90 auf 6,10 Meter und wird zwischen den vier Eckpfosten von drei Seilen umspannt. Viele Kämpfe werden nach Punkten entschieden. Als Fouls gelten beispielsweise Tiefschläge, Nackenschläge, Nierenschläge, Handwurzelschläge, Schläge mit dem Ellenbogen, Stoßen mit dem Kopf, Abducken und Festhalten des Gegners.Zur Bewertung gelten folgende Regeln: Im Profiboxen erhält der bessere Boxer maximal zehn Punkte für jede Runde. Werden beide Boxer als gleichwertig beurteilt, müssen beide die maximale Punktzahl erhalten. Der Verlierer der Runde erhält in der Regel acht oder neun Punkte, je nach Leistungsunterschied. Im Amateurboxen erhält der Sieger einer Runde 20 Punkte, der Verlierer entsprechend weniger. Im Allgemeinen erhält man nur für gültige Treffer Punkte. Das sind die Treffer mit dem Teil des Handschuhes, der den Knöcheln der Faust entspricht. Sie müssen außerdem mit der geballten Faust von vorn oder seitlich auf den Kopf bzw. den Körper oberhalb des Gürtels gesetzt worden sein. Sind die Gegner dabei gleichwertig, erhält der aggressivere oder technisch bessere Boxer die maximale Punktzahl. Offizielle am Ring sind ein Ringrichter, der den Kampf leitet und die Punktrichter (fünf bei den Amateuren und drei bei den Profis). Ursprünglich sprach man von Preisboxen, wenn es um Geld ging, heute bezeichnet man diese Art des Boxens als Profiboxen. Mit Amateurboxen bezeichnet man Kämpfe, bei denen es nicht um Preisgelder geht. Zurück zum AnfangII. Geschichte des BoxensDie Geschichte des Faustkampfes reicht bis in die Antike zurück. Im alten Griechenland kämpfte man mit bloßen oder mit bandagierten Fäusten. Faustkämpfe werden bereits in Homers Ilias geschildert. Im Jahr 688 v. Chr. wurde der Zweikampf mit Fäusten Bestandteil des Programms bei den Olympischen Spielen. Im antiken Rom nahm der Faustkampf sehr brutale Formen an. An den Bandagen wurden Bleistücke oder krallenartige Haken befestigt. Derartige Kämpfe fanden manchmal im Rahmen der Gladiatorenspiele statt und endeten erst, wenn ein Kontrahent kampfunfähig war oder nach Aufgabe. Der römische Kaiser Theodosius erließ jedoch Ende des 4. Jahrhunderts n. Chr. ein Verbot für derartige Kämpfe. Im Mittelalter trat diese Art des Zweikampfes hinter das Ringen und Fechten zurück.In England kann das Boxen bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Der erste dokumentierte Boxkampf der Neuzeit fand 1681 in England statt, als der Herzog von Albermarle einen Kampf organisierte. Der englische Boxmeister James Figg (1684-1734) gründete im Jahr 1719 die erste Boxschule. Von John Godfrey erschien 1747 das erste Lehrbuch des Boxens. John Broughton (1704-1789) legte 1743 erstmals Regeln fest, die einige Praktiken vereinheitlichten und andere verwarfen. Beispielsweise war nicht erlaubt, einen am Boden liegenden Gegner zu schlagen oder ihn an den Haaren zu ziehen. Im 18. Jahrhundert erlebte das Boxen in London in Form von Preisboxkämpfen mit bloßen Fäusten eine Wiedergeburt. Die Kämpfer galten als durchaus gesellschaftsfähig. Der englische Dichter Lord Byron beispielsweise suchte im Londoner Stadtteil Albany die Faustkampfschule des John Jackson auf. Die Teilnehmer boxten um Geld, und die Zuschauer schlossen Wetten auf das Ergebnis ab. Auf Basis der Regeln Broughtons schuf sein Landsmann John Sholto Marquess of Queensberry 1867 ein Regelwerk des modernen Boxsports, das im Kern bis heute Gültigkeit besitzt und das 1892 bei der ersten Weltmeisterschaft im Schwergewicht angewendet wurde, die so genannten Queensberry-Rules. Der letzte Meister im Schwergewicht, der seinen Titel in Kämpfen mit bloßen Fäusten errang, war der Amerikaner John L. Sullivan, der 1889 den letzten offiziellen Boxkampf mit bloßen Fäusten gegen Jake Kilrain gewann. Als er später mit Handschuhen boxte, verlor der populäre Sullivan den Weltmeistertitel im Schwergewicht an James J. Corbett am 7. September 1892 in New Orleans. Zurück zum AnfangIII. ProfiboxsportIm 20. Jahrhundert wurde das Profiboxen zunehmend durch nationale und internationale Verbände organisiert und überwacht. Im Profiboxen gibt es offizielle Regeln u. a. für die Ringgröße, z. B. 4,90 × 6,10 Meter und das Mindestgewicht der gepolsterten Handschuhe, 170 bis 227 Gramm. Die maximale Zahl der Runden bei Meisterschaftskämpfen beträgt in der Regel zwölf. Die Vorschriften enthalten außerdem Anweisungen für das Verhalten der Ring- und Punktrichter, Definitionen über Regelwidrigkeiten sowie Systeme zur Punktverteilung. Damit lassen sich die Gewinner von Kämpfen ermitteln, die nicht mit einem k. o. enden. Das Reglement erlaubt dem Ringrichter, auch den Kampf zu beenden, um eine ernstere oder gar tödlicheVerletzung eines Boxers zu verhindern. Eine solche Entscheidung gilt offiziell als k. o. und nicht wie häufig angenommen als technischer k. o. Ein technischer k. o. liegt vor, wenn ein Boxer beim Gong zur nächsten Runde nicht in der Lage ist, den Kampf wieder aufzunehmen.
Insgesamt gibt es zwar 17 anerkannte Gewichtsklassen, die meisten Profikämpfe finden aber in folgenden Klassen statt (nach den Regeln des World Boxing Council): Die Zahl der Boxverbände hat jahrelang für Verwirrung in der Welt des Profiboxsportes gesorgt. 1962 wurde die National Boxing Association (gegründet 1920) zur World Boxing Association (WBA). Das World Boxing Council (WBC) wurde 1963 in Mexiko City gegründet. Die Situation wurde durch die Gründung der International Boxing Federation (IBF) 1983 in den USA und der World Boxing Organization (WBO) 1988 noch weiter verkompliziert. All diese Verbände haben eigene Meisterlisten in den verschiedenen Klassen. Dadurch ist es derzeit möglich, dass vier verschiedene Boxer den Weltmeistertitel einer Gewichtsklasse gleichzeitig für sich beanspruchen können. Der Amerikaner Jack Dempsey gewann 1919 den Titel im Schwergewicht und verteidigte ihn 1921 gegen den Franzosen Georges Carpentier im ersten Kampf. Joe Louis konnte den Schwergewichtstitel am längsten von allen Boxern halten – von 1937 bis 1949. Er verteidigte seinen Titel 25-mal erfolgreich. Nach dem Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen von 1952 gewann Floyd Patterson 1956 den Titel im Schwergewicht. Er war der erste Schwergewichtsmeister, der seinen Titel 1960 in einem Wiederholungskampf gegen den Schweden Ingemar Johansson zurückgewann. 1962 wurde Patterson von Sonny Liston geschlagen. Liston verlor den Titel 1964 an Muhammad Ali, der zu Beginn des Jahres 1964 noch unter seinem Geburtsnamen Cassius Clay antrat. Danach verteidigte Ali seinen Titel neunmal. 1965-konvertierte Ali zu den Black Muslims. 1967 wurde ihm der Titel wegen Kriegsdienstverweigerung aberkannt. Ali errang 1974 erneut den Weltmeistertitel, verlor ihn 1978 an Leon Spinks und eroberte ihn im gleichen Jahr zurück. 1979 trat Ali kampflos zurück. Legendär sind die Fights, die Ali gegen Joe Frazier und George Foreman austrug. Mike Tyson gewann 1986 den WBC-Titel und später auch den Gürtel der anderen Verbände. Der populärste deutsche Boxer ist der Schwergewichtler Max Schmeling, der von 1930 bis 1932 Weltmeister war und 1936 den späteren Weltmeister Joe Louis durch k. o. in der zwölften Runde bezwang. Seit Ende der achtziger Jahre trugen in anderen Gewichtsklassen verschiedene deutsche Boxer zur Popularität des Boxsports in Deutschland bei: Henry Maske (IBF-Weltmeister im Halbschwergewicht von 1993 bis 1996), Graciano Rocchigiani (IBF-Weltmeister im Supermittelgewicht 1988 bis 1989), Dariusz Michalczewski (WBO-Weltmeister seit 1994) und Axel Schulz, der mehrere WM-Kämpfe bestritt. Zu den namhaften Boxern anderer Gewichtsklassen gehören der amerikanische Welter- und Mittelgewichtsmeister Sugar Ray Robinson, Roberto Duran aus Panamá, der Weltmeistertitel im Leichtgewicht, Weltergewicht, Juniormittelgewicht und Mittelgewicht errang, der amerikanische Boxer Sugar Ray Leonard, der 1976 eine olympische Goldmedaille und Weltmeistertitel in fünf unterschiedlichen Gewichtsklassen gewann, und der mexikanische Boxer Julio Cesar Chavez, der Weltmeistertitel im Superfedergewicht, Leichtgewicht und Juniorweltergewicht gewann. Zurück zum AnfangIV. AmateurboxsportIn Deutschland fand der Boxsport zu Beginn des 20. Jahrhunderts Verbreitung, jedoch waren öffentliche Wettkämpfe erst ab 1908 offiziell erlaubt. Zu dieser Zeit entstanden in verschiedenen Ländern eigene Amateurboxverbände. Der Deutsche Boxverband wurde 1912 ins Leben gerufen. Heute wird das Amateurboxen in Deutschland vertreten durch den Deutschen Amateur-Box-Verband (DABV; gegründet 1920, Sitz in Essen). Boxen wurde 1904 erstmals in das Programm der Olympischen Spiele aufgenommen. Nachdem es 1912 nicht vertreten war, ist es seit 1920 fester Bestandteil der Olympiade. Die ersten europäischen Amateurmeisterschaften wurden 1924 in Paris ausgetragen. Der Weltverband ist die Association Internationale de Boxe Amateure (AIBA; gegründet 1946, Sitz in London).
Für die Amateurboxer gelten die zwölf olympischen Gewichtsklassen: Die Kämpfe gehen über maximal drei Runden zu jeweils drei Minuten (bei den Junioren dreimal zwei Minuten). Die Handschuhe sind größer und schwerer als die der Profiboxer, so dass bei den Amateuren eine geringere Schlagwirkung entsteht. Die Athleten tragen im Gegensatz zu den Profis einen Kopfschutz, und außerdem ein Trikot, während die Profis mit bloßem Oberkörper boxen. Das Tragen eines Mundschutzes ist erlaubt und auch üblich. Die ersten Amateurweltmeisterschaften fanden 1974 in Habana (Kuba) statt und wurden danach jeweils zwischen den Olympischen Spielen durchgeführt. Zurück zum AnfangQUELLE:
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